FAQ - Frequently Asked Questions

- Wie kann man feststellen, ob eine Oberfläche semitransparent ist?
- Was versteht man unter Semitransparenz / Volumenstreuung?
- Welche Auswirkungen hat Semitransparenz?
- Kann auf Kunststoff gemessen werden?
- Kann auf Glas gemessen werden?
- Was versteht man unter rotationssymmetrischer Triangulation?
- Warum ist das rotationssymmetrische Triangulationsverfahren systembedingt überlegen?
- Was sind Sekundärreflexionen?

Wie kann man feststellen, ob eine Oberfläche semitransparent ist?

Durch visuellen Vergleich der Messfleckgröße mit einer nicht semitransparenten Referenzfläche, z.B. mattschwarz eloxiertes Aluminium. Je größer der Messfleck erscheint, je größer ist die Semitransparenz.
Durch visuelle Beobachtung der Eindringtiefe des Laserstrahls an einer Kante des Werkstücks.
Laser so ausrichten, daß er gerade streifend an der Kante entlang leuchtet.

Dann Laser ca. 0,5 - 2 mm von der Kante weg auf die "Hochfläche" strahlen lassen. Kante von der Seite beobachten (dabei direkte Reflektion von der Oberfläche, z.B. mit einer Visitenkarte abschatten.

Bei semitransparenten Materialien sieht man die Lichtkante im Material. Je tiefer und breiter der Lichtkegel desto größer die Semitransparenz.
Was versteht man unter Semitransparenz / Volumenstreuung?

Semi bedeutet, daß das auftreffende Laserlicht nicht nur direkt von der Oberfläche reflektiert wird, sondern mehr oder weniger tief in das Material eindringt (daher Semitransparenz)

und im Inneren des Materials reflektiert wird (daher Volumenstreuung im Gegensatz zu Oberflächenstreung).
Welche Auswirkungen hat Semitransparenz?

Der Messfleck wird mehr oder weniger stark vergrößert.

Dadurch sinkt zum einen die laterale Auflösung zum andern verändert sich die Tasterkennlinie (Linearität).

Bei bestimmten Formen der Semitransparenz kommt es zusätzlich zu einem Offset auf den Messwert, da der Messfleck quasi unter der Oberfläche liegt.

Abhilfe: Gegen schlechte laterale Auflösung gibt es lediglich die Möglichkeit, das Werkstück mit Coating Spray zu beschichten.

Gegen Nichtlinearität kann der Taster materialspezifisch kalibriert werden (z.B. mit W&B DAQ).

Da die Linearitätsabweichungen in Richtung Messbereichsrand stärker werden und in Messbereichsmitte nahezu "0" sind, soll der Messbereich möglichst nur in einem mehr oder weniger kleinen Bereich um die Messbereichsmitte genutzt werden.
Kann auf Kunststoff gemessen werden?
Ja, jedoch abhängig von dessen Materialeigenschaften.

Volumenstreuung / Semitransparenz und Glanz nur mit spezieller Kalibrierung oder erhöhter Messunsicherheit.
Bei stark glänzender oder durchscheinender oder gar transparenter Kunststoffoberfläche muß die Oberfläche mit Coating Spray beschichtet werden.
Kann auf Glas gemessen werden?
In der Regel nein. Der Laser mißt üblicherweise durch das "transparente" Glas durch. Bei Spezialfällen ist eine Auswertung der Reflektion an der Glasoberfläche möglich. In der Regel sind diese Lösungen aber sehr empfindlich gegen Veränderungen der Messbedingungen, so daß keine industrielle Stabilität einfach gewährleistet werden kann.
Was versteht man unter rotationssymmetrischer Triangulation?
Das rotationssymmetrische Triangulationsverfahren beruht auf dem bekannten Laser-Triangulations-Verfahren. Wie bei diesem wird das Licht einer Laserdiode zu einem Messstrahl gebündelt, der auf der Oberfläche den Messfleck (mit Messmarke) erzeugt. Im Gegensatz zum einfachen Triangulationsverfahren wird die vom Messfleck reflektierte Strahlung nicht nur von einer seitlich angeordneten Linse, d.h. aus einer Raumrichtung empfangen und ausgewertet, sondern eine von W&B patentierte Linsenanordnung empfängt das reflektierte Licht kegelförmig rings um den Sendestrahl herum.

Wie schon bei der Triangulation wird auch von W&B Sensoren nicht die Intensität der Empfangsstrahlung zur Abstandsbestimmung verwendet, sondern der Ort der Abbildung der Messmarke auf dem Empfänger. Dadurch ist das Verfahren in weiten Bereichen unabhängig von der Helligkeit der Messoberfläche.
Warum ist das rotationssymmetrische Triangulationsverfahren systembedingt überlegen?
Optische Mittelung: Durch die allseitige Betrachtung wird die optische Abbildung der Messmarke bereits optisch gemittelt. Dadurch wird die Abhängigkeit von den Reflexionseigenschaften der Oberfläche (unterschiedlicher optischer Eindruck von der Messmarke je nach Betrachtungswinkel) stark minimiert.

Keine Abschattungseffekte an Kanten und Nuten: Selbst wenn ein Teil des Empfangskegels durch Kanten abgeschattet wird, genügt meist der verbleibende Teil der Empfangsstrahlung für eine zuverlässige Abstandsbestimmung.
Die Absolutgenauigkeit auch auf geneigten Flächen mit Tastkugelradius = 0 und ohne Abhängigkeit von
der Sensor-Drehlage: Durch den rotationssymmetrischen Aufbau des Sensors bezogen auf die Sendestrahlachse kann die Drehlage nicht wie bei einfachen Triangulationssensoren einen Einfluß auf das Messergebnis haben. Effekte wie die elliptische Verzerrung der Messmarke auf schiefen Flächen werden durch die allseitige Betrachtung und Auswertung durch Mittelung nahezu eliminiert.
Was sind Sekundärreflexionen?
Normalerweise treffen die im Messfleck von der Oberfläche des Werkstückes reflektierten Strahlen direkt in die Empfangsoptik.

In der Nähe von Kanten kann es nun vorkommen, daß ein Teil der im Messfleck reflektierten Strahlen eine benachbarte Stelle des Werkstückes trifft, von dort wieder reflektiert wird (= Sekundärreflexion) und diese zum zweiten Mal reflektierten Strahlen in die Empfangsoptik treffen.

Bei speziellen Anordnungen, z.B. bei Gewinden, kann es sogar vorkommen, daß der Taster mehr Energie von der Sekundärreflexion als von der Primärreflexion empfängt.

Da die ausgenutzte Strahlung dann nicht oder nicht nur vom Messfleck kommt, treten zum Teil erhebliche Messfehler auf.
Durch Integration zusätzlicher Empfänger und Auswerteelektronik mit neuer Option /P können viele dieser Fehlerzustände erkannt, aber nicht korrigiert werden. Die entsprechenden Messungen werden als ungültig markiert.

Die Sensitivität gegen solche Sekundärreflexionen hängt neben dem optisch/ mechanischen Design auch von der gewünschten Helligkeitsdynamik oder besser von der Einstellung der dunkelsten noch mebaren Fläche ab.

Eine Einstellung für sehr dunkle Flächen macht das System sehr empfindlich und damit auch empfindlich gegenüber Sekundärreflexionen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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